ID-Judoka des BJC holen 2 Titel bei der Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaft

Für 120 Judoka mit Behinderung aus dem gesamten Bundesgebiet, Frankreich, Belgien und den Niederlanden war am vergangenen Wochenende Hannover der Nabel der Welt. Sie kämpften hier die Internationalen Deutschen Meistertitel in drei Wettkampfklassen aus. Der Braunschweiger Judo-Club war mit 6 Aktiven angereist, die sich schon im März dieses Jahres bei den Landesmeisterschaften daheim in Braunschweig bewährt hatten. Sie lieferten auch in der Landeshauptstadt gute Leistungen ab und kamen mit zwei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen zurück in die Eisenbütteler Straße.


Die ID-Judoka werden wie alle Judoka in Gewichtsklassen eingeteilt, darüber hinaus aber auch je nach Stärke der Beeinträchtigung in die Wettkampfklassen 1 bis 3.

Sian Camp (WK 1, -78 kg) reiste als Titelverteidigerin und Favoritin an die Leine. Im vergangenen Jahr war sie in Norderstedt nach 2023 zum zweiten Mal Deutsche Meisterin geworden. Wie in den Jahren zuvor traf sie in der Auseinandersetzung „Best of three“ auf ihre Dauerrivalin Carina Neimeyer vom DJK Dülmen. Während Sian die erste Begegnung schnell gewann, verlor sie die zweite durch Haltegriff. Im alles entscheidenden dritten Kampf ließ sie nichts anbrennen, griff beherzt an und warf die Dülmenerin nach 15 Sekunden mit O-Goshi Ippon. Das bedeutete Sieg und Titel für unsere Titelverteidigerin.

Marco Schneider hatte es in der Gewichtsklasse -60 kg der WK3 mit Jannik Bretz vom Eimsbütteler TV (HH) und Matthias Himmes (TV Biebesheim, HE) zu tun. Leider verlor er den ersten Kampf gegen den Hamburger Konkurrenten, siegte aber im zweiten gegen den Hessen. Da aber der Hesse dem Hamburger unterlag, hatte jeder der drei Bewerber einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. Es entschied die Unterbewertung, und hier hatte Marco die Nase vorn. So holte er sich knapp, aber verdient erstmals den Titel.

Jan Mauch (WK2, -66 kg) hatte nach seinen vier Kämpfen am Ende ein ähnliches Ergebnis wie sein Mannschaftskamerad Marco. Drei Judoka hatten jeweils drei Siege erkämpft und sich im Kreis geschlagen. Die Unterbewertung ergab, dass Jan „nur“ den unglücklichen 3. Platz erreichte. Ansonsten zeigte er sich ausgesprochen souverän bei seinen Siegen gegen Jonas Meyer (TC Hameln, NI), Ricardo Limberg (TSV Bayer 04 Leverkusen, NRW) und den späteren Sieger Valentin Freitag (ebenfalls Leverkusen). Immer kam er mit seinem Spezialwurf O-Soto-Gari zum Zug und brachte so seine Gegner zu Fall.

Geri Renate Kronberg (-63 kg, WK3) lieferte in ihren beiden Begegnungen gegen Sarah Gellhaar (BC Neubrandenburg, MV) überzeugende Leistungen ab. Wegen knappen Übergewichtes konnte sie nicht in ihrer angestammten Gewichtsklasse -57 kg starten und hatte es so mit einer deutlich schwereren Gegnerin zu tun. Trotzdem blieb ihr der Titel einer Deutschen Vizemeisterin.

Ann Christin Waldmann (WK2, -63 kg) zeigte sich einmal mehr als starke Defensivkämpferin. Keine ihrer drei Gegnerinnen konnte ihr an diesem Tag eine Wertung abringen. Allerdings gelang ihr selber auch kein entscheidender Vorteil. So musste sie sich am Ende mit der Bronzemedaille zufriedengeben.

Besonders schwer hatte es bei dieser Meisterschaft Klaas Gläsmer (WK2, +100 kg). Er startete nicht nur als einziger Neuling in der Konkurrenz zum ersten Mal bei einem solchen Turnier. Er war bei den Schwergewichtlern auch der Jüngste und mit 101 Kilo auch der mit Abstand Leichteste. So nimmt es nicht Wunder, dass er nach zwei bitteren Niederlagen Lehrgeld zahlen musste und auf dem siebten Platz landete.