Kadertraining ID-Judo 3/26 am NJV-Landesstützpunkt beim BJC in Braunschweig


Fotos: Britta Gläsmer

Nach ihren tollen Leistungen und Erfolgen beim 30. ID-Judo Landesturnier des NJV, trafen sich am Samstag, den 22. März einundzwanzig hochmotivierte ID-Judo-Freunde aus Braunschweig, Godshorn, Hameln, Hannover und Lüneburg zum gemeinsamen ID-Kadertraining am Landesstützpunkt des NJV im Dojo des Braunschweiger Judo Clubs. Nach dem judobezogenem Aufwärmprogramm inklusive Fallschule starteten unsere siebzehn Wettkämpfer unter Anleitung unseres eingespielten ID-Landestrainerteams Svenja Liermann und Daniel Wissel ihr wettkampfbezogenes Judotraining.
Die Wettkämpfer feilten weiter an den Details ihrer erfolgreichen Wurftechnik O-soto-gari (große Außensichel), um ihren Wurf bei den Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften ID-Judo am 9. Mai in Hannover noch effizienter einsetzen zu können. Während die Wettkämpfer auf dem Großteil der Mattenfläche trainierten, nutzten Julia und Alex das Kadertraining und eine Mattenbahn zur Vertiefung ihrer Koshi-waza Gruppe aus der Nage-no-kata für die Offene NJV-Kata-Meisterschaft der ID-Judoka, die schon am 2. Mai in Bassen-Oyten ausgetragen wird.

Die Wettkämpfer starteten mit Übungen zur schnellen Aufnahme ihres eigenen festen Jackengriffs am Judogi des Gegners und mit Methoden, um den Jackengriff des Gegners am eigenen Judogi zu erschweren, und den gegnerischen Griff zu lösen. Anschließend wurde der O-soto-gari aus verschiedenen Bewegungsrichtungen und mit wechselnden Partnern trainiert, wobei auch Weichbodenmatten zum Einsatz kamen. Der O-soto-gari ist, wie unser Braunschweiger ID-Judo-Sportfreund Jan bei unserem Landesturnier erfolgreich unter Beweis stellte, eine äußerst wirksame Wettkampftechnik. Jan, gewann alle vier Kämpfe innerhalb der ersten Minute per Ippon durch O-soto-gari, und konnte sich damit verdient den Titel des Niedersächsischen Landesmeisters sichern.

Gegen Ende des Standprogramms nahmen unsere Wettkämpfer auch Wurfkombinationen hinzu. Nach Ukes erfolgreicher Abwehrreaktionen auf Toris Angriff mit einem O-soto-gari, bekam Tori die Aufgabe, die sich aus Ukes Abwehrreaktion ergebende Situation für seinen Angriff mit einer nun geeigneten und unmittelbar anschließenden zweiten Wurftechnik auszunutzen. Dabei kamen der Ko-uchi-gari (kleine Innensichel), O-uchi-gari (große Innensichel), Tai-otoshi (Körpersturz) und Seoi-nage (Schulterwurf) zum Einsatz.

Im Anschluss an unsere Erfrischungspause folgten in der zweiten Trainingseinheit Bodenrandoris mit wechselnden Partnern, bei denen beide Partner jeweils gegenüber aus dem Kniestand starteten, um gegenseitig zu versuchen ihren Partner auf den Rücken zu drehen, um so in einen Haltegriff zu gelangen, aus dem sich Uke dann befreien sollte.
Nach Abschluss des technischen Judo-Teils folgte ein anspruchsvolles Fitness-Programm, bei dem immer ein Teilnehmer zum anderen Mattenende laufen musste, um möglichst schnell eine neue Aufgabenkarte für die Gruppe abzuholen, die anschließend gemeinsam zu bewältigen war.

Neben unserer Ausdauer und Fitness konnten wir unsere individuellen Wettkampffertigkeiten für die Deutschen Meisterschaften weiter verfeinern und hatten wieder gemeinsam viel Spaß bei unserem ID-Kadertraining.

Das Schicksal fügte es, dass auch der Ehrenpräsident des BJC, Honner Hornuß, Gelegenheit hatte seinen erfahrenen Blick auf unser ID-Kadertraining zu werfen. Honner, der bereits Anfang der achtziger Jahre auf die günstigen Auswirkungen des Judosports für Menschen mit Beeinträchtigungen aufmerksam wurde, und in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe beim BJC eine der ersten niedersächsischen Judogruppen für geistig beeinträchtigte Erwachsene gründete, feierte im Anschluss an unser Training im Vereinsheim des BJC seinen 85. Geburtstag. Unseren herzlichen Glückwunsch, lieber Honner, vielen Dank für Deine erfolgreiche Pionierarbeit im ID-Judo, und bleib uns hübsch gesund und munter.

Wir danken unserem lieben Organisator und NJV-Behindertensportreferenten Martin Frey und unserem tollen NJV-ID-Kadertrainerteam Svenja Liermann und Daniel Wissel für ihren engagierten Einsatz, und dem Braunschweiger Judo Club, der uns gern sein schönes Dojo und ein paar Erfrischungen und Häppchen für unser Training und die Pause zur Verfügung gestellt hat, sowie Britta und Sian für den leckeren Kuchen und die tollen Brezeln.

Jetzt freuen wir uns schon wieder auf unser nächstes und viertes Kadertraining 2026, das am Samstag den 18. April am Olympia Stützpunkt Hannover stattfinden wird, und wie immer freuen wir uns auf viele andere Judoka mit und ohne Beeinträchtigung, die Freude daran haben, gemeinsam mit uns wettkampforientiertes Judo zu trainieren.