Nachtrag: 2. Kampftag der Frauen Regionalliga – Braunschweigerinnen holen erste Punkte

Geschrieben von Florian Hahn , veröffentlicht am 24.07.2017
Kategorie(n): Regionalliga Damen 2017,


Der zweite Kampftag der Regionalliga 2017 führte die jungen BJC-Damen nach Kronshagen, einen Stadtteil der Hansestadt Kiel. Nach einer lustigen wenn doch recht langen Autofahrt kamen alle Braunschweiger Kämpferinnen gut gelaunt in der Wettkampfhalle an. Dieses Mal war die Mannschaft besser aufgestellt als noch am ersten Kampftag. Mit Melissa Schwanke war auch eine junge Dame für die höhere Gewichtsklasse mit dabei. Nach dem Wiegen und einer guten Aufwärmphase standen drei Mannschaftsbegegnungen auf dem Tagesplan.

Als Auftaktkampf erwischten die Braunschweigerinnen den Gastgeber TSV Kronshagen. Im ersten Kampf holte Leonie Müller in der -63kg-Gewichtsklasse nach einem Wurf sowie direktem Nachgehen in einen Haltegriff den ersten Punkt für Braunschweig. Imke Müller war noch nicht so recht wach, gab mit den ersten Ansätzen ihrer Gegnerin gleich die Wertung und den Kampf ab. Im Superleichtgewicht (-48kg) erkämpfte Asa Wendt mit einem sehenswerten Hüftwurf die 2:1 Führung. Sophie Frisch zeigte eine engagierte Leistung im -57kg-Limit. Nachdem Sie sich zweimal aus einem Haltegriff befreien konnte, konnte sie den finalen Griff ihrer Gegnerin allerdings nicht mehr lösen. Melissa Schwanke startete in der +78kg-Kategorie. Im Gegensatz zu vielen anderen Kämpferinnen in dieser Klasse ist Melissa sehr beweglich und agil. Dies zeigte Sie auch mit vielen guten Ansätzen. Immer wieder kam ihre Gegnerin in Schwierigkeiten. Aber wie es im Judo manchmal so ist, wird auch schnell mal ein kleiner Fehler bestraft. Im Boden musste Lissy sich leider nach einer Unachtsamkeit geschlagen geben. Anna Schütt stand nun für den BJC -52kg auf der Matte. Sie zeigte gegen ihre dänische Konkurrentin wie man Kombinationen erarbeitet und auch erfolgreich zu Ende bringt. Flinke Füße und ein schöner Innenschenkelwurf brachten die Führung, welche dann mit einem Sankaku im Boden zum 3:3 veredelt wurde. Nun musste Ina Buß (eine Gewichtsklasse hochgestellt) im entscheidenden Kampf ran. Sie konnte gegen ihre körperlich stärkere Gegnerin nicht viel ausrichten, unterlag im Verlaufe des Kampfes und verletzte sich zum allem Überfluss dabei.

Endergebnis: 3:4 aus Sicht der Löwinnen. Ein etwas ärgerliches Resultat, das der tollen Mannschaftsleistung leider nicht gerecht wurde.

Nun hatte man mit dem Budokan Lübeck den wohl nominell stärksten Gegner vor der Brust. Aufgrund der Verletzung von Ina wurde auf einigen Positionen umgestellt. Madlin Rehr begann im -63kg-Limit. Sie zeigte mal wieder wie schwer es, ist Sie zu werfen. Kurz vor Schluss gelang es ihrer Gegnerin dann aber schließlich doch einmal sie auf die Seite zu bringen und einen Waza-Ari dafür zu bekommen. Dieser Rückstand hielt bis zum Ende des Kampfes. Leonie Müller, dieses Mal -70kg machte es in der höheren Gewichtsklasse wie schon im Kampf davor: kurz und schmerzlos. Nach einem schönen Innenschenkelwurf ging sie direkt in einen Haltegriff nach und holte das 1:1. Die Klasse -48kg wurde dieses Mal von Freya Wendt besetzt. Sie begann sehr agil, konnte aber im weiteren Verlauf des Duells den Ausgang nicht positiv gestalten. Daisy Reis, Kämpferin der -57kg-Klasse, ließ sich von ihrer sehr erfahrenen Gegnerin etwas zu sehr beeindrucken und konnte keinen Punkt beisteuern. 1:3 für Lübeck. Nun kam
Melissa wieder in der +78kg-Klasse zum Einsatz. Wieder sehr gut eingestellt zeigte sie dieses Mal nicht nur gute Ansätze, sondern zog ihre technisch hochwertigen Hüfttechniken auch durch. Einen klaren Ippon gab es schließlich für eine schöne Harai-Goshi Technik. Mit dem Anschlusspunkt war wieder alles drin. In den folgenden Kämpfen mussten sich jedoch erst Anna Schütt (-52kg), dann Imke Müller (-78kg) geschlagen geben.

2:5 lautete also das Endergebnis. Wieder waren super Einzelleistungen aber leider keine Tabellen-Punkte auf der Habenseite dabei.

Als letzter Gegner stand die JG Sachsenwald aus Hamburg auf dem Plan. In der Team- Besprechung merkte man nicht nur dem Trainer, sondern allen Mädels den unbedingten Willen diesen Kampf zu gewinnen an. So wurde auch die Aufstellung riskant gewählt: Gleich drei Gewichtsklassen wurden mit „zu leichten“ Damen besetzt. So kämpfte Daisy Reis dieses Mal im -63kg-Limit. Sie zeigte den nötigen Biss, aber leider konnte Sie den ersten Punkt nicht holen. Anders Leonie Müller. Sie holte auch im dritten Kampf ihren dritten Punkt. Wieder war ein starker Übergang in den Boden der Schlüssel zum Sieg. Im Kampf der -48kg-Klasse wurde es dann etwas unübersichtlich. Asa Wendt ging für die Löwinnen auf die Matte. Nach einem schönen Schulterwurf (Seoi-Nage) bekam ihre Gegnerin die Wertung zugesprochen. Auch nach Protest von außen – Trainer Florian Hahn war mal wieder lautstark durch die ganze Halle zu hören – wurde der Waza-Ari der Kämpferin aus Hamburg zugesprochen. Asa war es herzlich egal und zeigte diesen Schulterwurf noch zweimal. Dafür bekam schließlich auch sie die Wertungen zugesprochen. Kurz vor Ende des Kampfes beendete sie die Begegnung mit einem Hüftfeger, der mit Ippon belohnt wurde. Nun war Angelika Walther (-57kg) an der Reihe. Mit ihrem bissigen Griffkampf konnte sie überzeugen. Leider reichte es in diesem Kampf nicht für eine Wertung. Sie fiel nach knapp der Hälfte des Kampfes auf die Seite, was mit Waza-Ari für die JGS ́lerin bewertet wurde. Diesen Rückstand konnte sie nicht mehr aufholen. Nach vier Kämpfen stand es also unentschieden 2:2. Nun lag es wieder an Melissa Schwanke (+78kg). Motiviert vom Kampf gegen Lübeck holte sie den dritten BJC-Punkt durch einen sehr sehenswerten Hüftfeger. Nachdem Nele Meyer einen Waza-Ari-Rückstand in der -52kg- Kategorie nicht mehr ausgleichen konnte, stand es 3:3. Es kam nun erneut im letzten Kampf auf Ina Buß an. Diese hatte sich noch trotz voriger Verletzung einmal fit gemeldet und wollte den Kampf unbedingt bestreiten. Nach einem wilden Kampf kam es schließlich zur entscheidenden Bodensituation. Ina behielt den Überblick und setzte zu einem bombenfesten Haltegriff an, welchen ihre Gegnerin nicht mehr lösen konnte.

Sie holte damit den entscheidenden Punkt zum 4:3 und damit gleichbedeutend die ersten Tabellenpunkte der Saison für die Braunschweigerinnen. Ina zeigte, dass sie auch unter Druck Kämpfe gewinnen kann.

Trainer Florian sagte dazu: „Diese Punkte waren schon lange überfällig! Die Mädels sind immer so knapp dran, dieses Mal haben Sie ihre Möglichkeiten ausgeschöpft und wurden belohnt“.

Mit nun zwei Punkten auf dem Konto ist man weiterhin auf dem sechsten Platz zu finden, ist dabei allerdings punktgleich mit der JG Sachenswald.