Bundesligakämpfer erkämpfen Unentschieden Mönchengladbach

Geschrieben von Johanna Buhlke , veröffentlicht am 27.06.2016
Kategorie(n): Bundesliga 2016,

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Foto: Thomas Köhler

Nach zwei Niederlagen deutlich unter Zugzwang reisten die Kämpfer des Braunschweiger Judo Clubs zum Tabellendritten 1. JC Mönchengladbach. Dabei kamen die Braunschweiger beim ersten Auswärtskampf der Saison zu einem 7:7 und sicherten sich somit den ersten Saisonpunkt.

Der Kader um die Coaches Falk von der Osten-Fabeck und Olaf Pütz war wie auch bei der Konkurrenz aus Mönchengladbach sehr klein. Viele Ausfälle zwangen die Trainer auf beiden Seiten bereits bei der Aufstellung zum Taktieren – für den BJC war dies angesichts der null Saisonpunkte noch deutlich schwerer. Eine weitere Niederlage wollte hier keiner hinnehmen – zu viel riskieren bei einer relativ guten Chance auf die ersten Punkte jedoch auch nicht. Besonders in der zweiten Hälfte hatte man an beiden letzten Kampftagen teils unnötig Punkte liegen lassen. Schließlich entschied man sich im ersten Durchgang für die Aufstellung, die dieses Mal für den zweiten Durchgang am meisten Luft für alle Wechsel offen ließ.

Jan Hendrik Köhler eröffnete für die Braunschweiger in der Gewichtsklasse bis 73 Kg und erkämpfte nach gerade einmal 1:30 Minuten Kampfzeit den ersten Punkt. Auftakt geglückt. Florian Hahn musste anschließend in der Gewichtsklasse bis 66 Kg hochgesetzt antreten. Gegen Maxime Junghänel unterlag er jedoch nach einer knappen Minute Kampfzeit mit Ippon. Neuzugang Vaclav Kovar (bis 60 Kg) kam zunächst nicht hundertprozentig in den Kampf gegen Marcel Bizon. Beide Kämpfer kassierten anfangs eine Strafe. Anschließend gewann Kovar jedoch langsam die Oberhand und punktete zur erneuten Führung. In der Gewichtsklasse über 100 Kg ging Jan Pinta auf die Matte. Doch der Tscheche fand gegen Mojtaba Akbari über die vollen fünf Minuten Kampfzeit kein probates Mittel und musste sich mit einem Yuko Unterschied geschlagen geben. Auch Felix Schulze (bis 90 Kg) tat sich im Anschluss schwer gegen seinen Mönchengladbacher Gegner. Buscher, eigentlich ein 81-Kg-Mann, ließ kaum einen Griff oder eine Technik zu. In einem unachtsamen Moment konnte sich Schulze jedoch durchsetzen und mit einem Yuko in Führung gehen, den er dann sicher über die Zeit brachte. Joachim von Pawelsz punktete ebenfalls in der Gewichtsklasse bis 100 Kg. Nachdem er zunächst drei Strafen gegen sich kassierte drehte er noch einmal auf und schaffte den „Lucky Punch“ für die Braunschweiger! Kai Desgranges musste sich in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm in seinem ersten Bundesligakampf überhaupt jedoch geschlagen geben. Der BJC ging mit einer 3:4-Führung in die Pause. Entspannter wurde es jedoch nicht – das Taktieren mit der Aufstellung ging munter weiter.

Beim BJC entschied man sich anschließend für die vermutet „sichere Variante“ – und opferte dieser eine Gewichtsklasse als unbesetzt. Auch im zweiten Durchgang startete Braunschweig mit einem Sieg. Routinier David Dubsky wurde in die Gewichtsklasse bis 73 Kg gesetzt. Und der Punktegarant der Braunschweiger zeigte einmal mehr, warum er auch nach zwölf Jahren für Braunschweig immer wieder wichtig ist. Souverän erarbeitete er sich nach einem sauberen Stand-Boden-Übergang den Haltegriff – Ippon für Braunschweig. Florian Hahn konnte auch in seinem zweiten Kampf gegen Junghänel nichts ausrichten – Mönchengladbach kam wieder heran. Ab jetzt jedoch kam die Taktik beider Teams zum Tragen. Die Braunschweiger verzichteten zuerst auf eine Gewichtsklasse – Ausgleich für Mönchengladbach. Von Pawelsz wechselte ins Schwergewicht – doch auch er musste sich Akbari geschlagen geben. Felix Schulze ging anschließend gegen Zabel auf die Matte – der jedoch musste angeschlagen aufgeben. In der Gewichtsklasse bis 100 Kg konnten die Mönchengladbacher nicht aufstellen – spätestens jetzt war der erste Punkt der Braunschweiger perfekt. Nikolai Stahl hatte im letzten Kampf (bis 81 Kg) wie zuvor Desgranges Amir Sheikh Hosseini vor sich. Er konnte zunächst gut mithalten und Hosseini sogar in den Haltegriff bringen. Anschließend verlor er jedoch seine Linie und musste sich mit zwei Waza-Ari durchaus unglücklich geschlagen geben.

„Insgesamt können wir zufrieden sein!“, bilanzierten die Trainer anschließend. „Grundsätzlich ist man am Ende immer schlauer – hätten wir das ein oder andere über unseren Gegner vorher gewusst, hätte man sich vielleicht auch für die riskantere Aufstellung entschieden können oder müssen. So haben wir heute jedoch den ersten Punkt sicher eingefahren. Der Teamgeist hat heute trotz vieler Ausfälle und der schwierigen Situation am Tabellenende sehr gut funktioniert. Alle haben mitgezogen. Damit können wir uns positiv in die Olympiapause verabschieden.“, so die Coaches abschließend.