Regionalligameister 2013 – Braunschweiger Judo Club qualifiziert sich für die Aufstiegsrunde

Geschrieben von Johanna Buhlke , veröffentlicht am 10.09.2013
Kategorie(n): Regionalligaberichte 2013,

Einen Riesenschritt Richtung Wiederaufstieg machten die Braunschweiger Regionalliga – Männer am Wochenende vor heimischem Publikum. Mit zwei deutlichen Siegen verwiesen sie die zuvor punktgleichen Konkurrenten aus Tarp und Hamburg auf die Plätze und holten sich im Endspurt am letzten Kampftag verdient den Meistertitel der Regionalliga – Nord. Für die Braunschweiger geht es damit weiter in die Aufstiegsrunde zur Bundesliga.

 

Dazu hatten die Braunschweiger zunächst jedoch eine recht ungewöhnlichen Personalproblematik zu händeln. Nachdem sie zunächst zu Beginn der Saison mit einigen Ausfällen zu kämpfen hatten, durften sich die Braunschweiger im Verlauf der Saison über einen stärker werdenden Kader freuen. Umso überraschender war daher der Ausfall vor dem letzten Kampftag. Trifft es sonst überwiegend verletzungsbedingt die Athleten, so traf es dieses Mal Chefcoach Detlef Knorrek, der den Kampftag kurzfristig absagen musste. Da auch Coach Von der Osten aus persönlichen Gründen schon längerfristig nicht für diesen Kampftag geplant wurde, trat ein alter Bekannter des Braunschweiger Judo Clubs auf den Plan: der ehemalige Bundesligakämpfer und Routinier des BJC – Olaf Pütz! Wie wohl kaum ein anderer kennt er die Athleten sowohl aus Braunschweig, aber auch aus dem Olympiastützpunkt in Hannover. Zudem verbindet ihn mit dem BJC seine ganz eigene persönliche Geschichte,inklusive Auf – und Abstiegen durch alle möglichen Ligen – wer, wenn nicht er, sollte demnach die Atmosphäre im Dojo, aber auch den Druck der Athleten besser einschätzen können? Die Braunschweiger starteten also mit ihrem Interims – Trainer in den letzten und vorerst wichtigsten Kampftag der Saison. Von Platz Drei aus empfingen sie zunächst den Verfolger aus Lübeck und auch den direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf, den TSV Tarp.

Gegen Lübeck hatte zunächst Leon – Cedric Philipp (bis 60 Kg) den Auftaktkampf. Und der Youngster im Braunschweiger Team zeigte der Konkurrenz direkt, wo die Reise für den BJC hingehen sollte. Nach rekordverdächtigen 14 Sekunden sicherte sich Philipp souverän den Ippon, überrumpelte seinen Gegner, ließ die zuvor siegreichen Lübecker das erste Mal verstummen und brachte das Publikum an der Eisenbütteler Straße gleich auf seine Kosten. Nur kurz konnte sich Lübeck von diesem Schrecken anschließend erholen. Nach voller Kampfzeit gaben die Braunschweiger im Anschluss zwar die Gewichtsklasse bis 81 Kg, die Stimmung blieb nach dem Blitzstart jedoch auf bestem Braunschweiger Niveau. Die Kämpfe ebenso – der Rest der Begegnung wurde ziemlich einseitig. David Dubsky (bis 73 Kg) erhöhte für die Braunschweiger auf 2:1. In der Gewichtsklasse bis 90 Kg ging anschließend Tobias Weber auf die Matte. Nachdem er am letzte Kampftag nach langer Verletzungspause noch Niederlagen hinnehmen musste, startete er dieses Mal routiniertert in den Kampf. Gegen Stephan Claasen trat er dabei deutlich beweglicher auf, gewann mehr und mehr die Oberhand und holte sich nach knapp zwei Minuten schließlich den vollen Punkt für eine Wurftechnik. Auch Siegel (bis 66 Kg) punktete anschließend und so hieß es für den BJC vorzeitig 4:1 – die ersten zwei Punkte waren gesichert. Joachim Von Pawelsz und Michael Horak sorgten mit ihren Punkten in den hohen Gewichtsklassen schließlich für einen 6:1 Endstand. Die Braunschweiger waren auf dem besten Weg in die Aufstiegsrunde.

Anschließend ging es in die zweite Runde. Inzwischen hatte es auch Coach Von der Osten doch noch ins Braunschweiger Dojo geschafft – die Athleten hatten jetzt also zwei Original-BJC’ler hinter sich. Und die machten ihren Kämpfern für den Kampf gegen den direkten Konkurrenten aus Tarp noch einmal richtig Dampf. Auch hier hatte zunächst Philipp wieder den Auftaktkampf für sich gebucht. Und der 66 – Kilo – Mann der Braunschweiger hatte es offensichtlich sehr eilig, in die Aufstiegsrunde zu kommen. Auch im zweiten Kampf blieb der Youngster mit seinem Ippon deutlich unter einer Minute, ließ seinem Gegner erneut keine Chance und sicherte sich nach dieses Mal nur 19 Sekunden den zweiten Punkt an diesem Tag. In der Gewichtsklasse bis 81 Kg ging Sebastian Kuntze für den BJC auf die Matte. Auch er musste hier über die volle Kampfzeit gehen, unterlag jedoch ebenso wie zuvor Stahl mit einer mittleren Wertung, ehe David Dubsky erneut für die Braunschweiger punkten konnte. Auch Tobias Weber durfte in der Gewichtsklasse bis 90 Kg zum zweiten Mal ran. Er konnte sich nach seinem Sieg dieses Mal ein Unentschieden erkämpfen. Christoph Siegel holte sich ebenfalls seinen zweiten Punkt, erhöhte in der Gewichtsklasse bis 66 Kg somit auf 3:1. Schon jetzt hatten sich die Braunschweiger damit einen weiteren Punkt für die Tabelle geholt. In der Gewichtsklasse bis 100 Kg ging erneut Joachim Von Pawelsz auf die Matte, musste sich jedoch geschlagen geben. Michal Horak machte in der Gewichtsklasse über 100 Kg anschließend jedoch den Sieg perfekt. Da auch Hamburg in Osnabrück zu diesem Zeitpunkt bereits eine Begegnung verloren hatte, hieß das für die Braunschweiger gleichzeitig: Wir sind Regionalligameister 2013.

Entsprechend ausgelassen war anschließend auch die Stimmung im Braunschweiger Dojo. „Super Kämpfe, super Team, super Stimmung!“, zeigten sich Fans und Helfer begeistert und stimmten mit Leichtigkeit in die BJC-Rufe mit ein. Auch die Trainer zeigten sich erleichtert und in bester Stimmung: „Der zweite Kampf war etwas knapper. Nach der einen Niederlage und dem Unentschieden haben wir ganz kurz nochmal überlegt, ob das alles so richtig ist – aber den Gedanken haben wir sofort wieder verschoben. Besser hätten wir nicht aufstellen können. Am Ende zählen vier Punkte und die haben wir geholt!“, so Olaf Pütz im Anschluss. Die Anspannung war dem „Ehrencoach“ der Braunschweiger während der Kämpfe sichtlich ins Gesicht geschrieben. Umso größer war anschließend die Freude, dass sein Verein es in die Aufstiegsrunde geschafft hat. Das sieht auch Teamchef Honner Hornuß so. „Das ist eine riesige Chance für uns. Wir müssen jetzt abwarten, wer dort unser Gegner werden wird. Natürlich dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Bis zur Aufstiegsrunde kommt jetzt nochmal eine Pause auf uns zu. Das kann zum Nachteil werden. Wir müssen unsere Leistung natürlich noch einmal steigern, die Spannung weiter halten.“, so Hornuß. „Heute aber feiern wir erst einmal unseren Sieg! Zusammen mit allen, die in diesen Sieg investiert haben und uns immer unterstützen!“