Hallo – Wir sind die Neuen!

Geschrieben von Johanna Buhlke , veröffentlicht am 06.04.2012
Kategorie(n): Regionalligaberichte 2012,


Von links nach rechts: Tobias WEBER, Niklas FESKE, Nils BENTGERODT

Das Regionalligateam des Braunschweiger Judo Clubs startet am 14. April in die neue Saison 2012. Nach seinem Abstieg aus der zweiten Liga hat die Mannschaft um die Trainer Detlef Knorrek und Falk von der Osten – Fabeck einige personelle Veränderungen hinter sich. Insgesamt hat sich der Kader weiter verjüngt.

„Wir sind froh, dass wir den Großteil unserer Athleten trotz des erneuten Abstiegs halten konnten!“, zeigt sich Teamchef Honner Hornuß deutlich erleichtert. „Die meisten haben direkt nach dem letzten Kampftag erklärt, bleiben zu wollen. Sportlich hat es leider auch in der letzten Saison nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Dennoch hat sich über das ganze Jahr hinweg ein Team geformt. Das zahlt sich jetzt aus. Bis auf Jason Westwood (Holle) hat uns keiner in Richtung Konkurrenz verlassen.“

 

Für die neue Saison ausfallen werden weiterhin Sascha Beer und Valerij Simonin. „Beide haben über die Saison immer wiederkehrende Probleme mit ihren Verletzungen gehabt. Noch so eine Saison würde keinen Sinn machen, daher nehmen sie das Tempo raus und treten diese Saison in der Landesliga für uns an. Auch Islam Bisultanov wird 2012 nicht für uns kämpfen. Er ist momentan nicht im Training und konzentriert sich auf seinen Schulabschluss.“,so Hornuß weiter.

Dafür freut sich der Teamchef über die Neuzugänge der Saison. „Trotz des Abstiegs konnten wir fünf Athleten für uns gewinnen, die unsere Mannschaft in der kommenden Saison verstärken werden. Teilweise haben sie bereits mit der Mannschaft trainiert. Sie sind alle relativ jung, bringen aber trotzdem schon einiges an Potential mit! Sie passen gut in unser Team!“, so Teamchef Hornuß. Tobias Weber und Niklas Feske sind zwei dieser jungen Neuzugänge, von denen er spricht. Sie kommen über Trainer Detlef Knorrek direkt aus dem Sportinternat und Landesleistungszentrum Hannover nach Braunschweig. „Es ist sicherlich von Vorteil, dass wir mit Detlef in Hannover einen Trainer vor Ort haben. Das macht es zum Einen einfacher, Kämpfer für uns zu gewinnen. Zum Anderen können wir sie auch vor Ort betreuen und sehen ihre Fortschritte. Auf der anderen Seite hätten sich beide auch für ein anderes Team entscheiden können. Dass sie das nicht gemacht haben, spricht sicher für uns!“, erklärt Hornuß, der sich viel von den Neuen verspricht.

Die Kämpfer selber bleiben trotz aller Erwartungen gelassen. „Ich freue mich auf den BJC und auf die Liga!“, so Weber. Mit dem Judo angefangen hat er in Holle. Inzwischen trainiert Weber seit vier Jahren im Sportinternat in Hannover. Nach den Deutschen Meiterschaften der U20 hat er in dieser Saison bereits seinen ersten Europacup in Portugal absolviert. Für den BJC wird er in Zukunft in der Gewichtsklasse bis 81 Kg auf die Matte gehen. Auch Niklas Feske lebt seit zwei Jahren im Sportinternat in Hannover, sein Heimatverein ist der MTV Isenbüttel, seine Spezialtechnik „Te Guruma oder auch Uchi Mata“. Der 73 – Kilo – Mann startete ebenfalls bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und konnte sich bereits beim Bundesranglistenturnier in Berlin platzieren. Das Training im Sportinternat ist anstrengend und anspruchsvoll. „Wir trainieren teilweise morgens vor dem Unterricht, nachmittags folgen die nächsten Einheiten. Insgesamt kommen wir auf rund 15 Stück pro Woche. Plus ein paar zusätzliche am Wochenende – aber nicht immer!“, erzählen beide verschmitzt. „Aber es macht Spaß und es bringt uns voran. Wir trainieren dort mit dem U20 Kader, aber auch mit allen anderen Kaderathleten. Man kann sich vieles abgucken.“ Training und Abitur unter einen Hut zu bringen, erfordert viel Disziplin. „Aber es lohnt sich!“, so Weber.Das Ziel mit der Mannschaft? „Hoffentlich der Aufstieg!“, sind sie sich einig.

Auch Nils Bentgerodt kommt von außerhalb ins Braunschweiger Team. Anders als Weber und Feske wurde er jedoch von Mannschaftskamerad Sebastian Kuntze geworben. Der sagt über seinen Göttinger Vereinskameraden: „Auch wenn ihm der ganz große Wurf bisher noch nicht geglückt ist, so bringt Nils trotzdem einiges an Erfahrung auf nationaler und internationler Ebene mit. Abseit der Matte ist er eher ruhig, aber auf der Matte gibt er immer 100%! Er ist ein Arbeiter, seine Spezialtechnik kann sich sehen lassen. Er ist eine echte Verstärkung für unsere Mannschaft!“

Einen ganz anderen Werdegang hat Manuel Sollmann hingelegt. Er wird das Regionalligateam des BJC künftig in der Gewichtsklasse bis 90 Kg verstärken. „Manuel kommt wie schon Marco Strey oder Karsten Täuber aus der eigenen Jugend des BJC. Bisher hat er im Nachwuchsteam gekämpft, hat aber durchaus Potential für mehr!“, so Trainer von der Osten – Fabeck. „Er ist sehr vielseitig, immer für eine Überraschung gut und kann durchaus auch mal ein oder zwei Gewichtsklasse höher kämpfen. Da wir dort sehr schwach besetzt sind kommt das dem Team gelegen.“ Der smarte Medizinstudent bleibt allerdings eher bescheiden. „Studium und Training zusammen verträgt sich nicht immer. Aber ich versuche, das Beste daraus zu machen, um der Mannschaft helfen zu können.“ Das hat er auch dem Chef versprochen und der zählt auf ihn. „Manu ist ein echter BJC – Athlet. Ich freue mich, dass er jetzt in der Regionalliga kämpft. Er wird es sicher schwerer haben, als in der Landesliga. Aber ich denke, dass er das schaffen kann.“, so Hornuß.

Den weitesten Weg hat jedoch Neuling Michal Krpálek. Nachdem der Wechsel in der letzten Saison noch nicht geklappt hat, hat der Tscheche dieses Jahr den Weg nach Braunschweig gefunden. „Wir haben schon immer ein sehr gutes Verhältnis zu unseren ausländischen Kämpfern gehabt. In der Bundesliga hat damals schon sein großer Bruder Lukas für uns gekämpft. Jetzt kommt Michal trotz des Abstiegs zu uns und ist für uns ein großer Gewinn. Das freut uns natürlich. Und auch das spricht sehr für uns als Verein, dass sich solche Kämpfer trotzdem noch für uns entscheiden.“ Der tschechische Nationalkaderathlet folgt damit seinem Landsmann David Dubsky. Auch er bleibt dem Verein trotz des zweiten Abstiegs in Folge treu. Das beeindruckt nicht nur Honner Hornuß, der dem Ausnahmeathleten dafür großen Respekt zollt. Sowohl die Mannschaft, als auch die Fans sind begeistert: „Es ist schön, David auch diese Saison bei uns zu haben. Er ist nicht nur ein netter Teamkollege. Ihm zuzusehen macht auch jedes Mal wieder neu Spaß. Das ist einfach Klasse – Judo. Elegant, athletisch und dynamisch – Judo von seiner schönsten Seite!“